„Ich würde alles noch einmal so machen, wie ich es getan habe.
                   Bis auf eine Ausnahme: Ich würde früher bessere Berater suchen.”
                                                                                Aristoteles Onassis

 

Der ärztliche und ethische Anspruch, Krankheiten und Beschwerden zu heilen, zu lindern, zu bessern und jedem Patienten zu helfen, wird durch
spezielle und allgemeine Gesetze sehr erschwert. An dieser Schnittstelle zwischen Medizin, Ökonomie und Jurisprudenz ist es vorteilhaft,
Fußangeln, Gesetze und Urteile zu kennen, um als „Weiser auf alle Ereignisse vorbereitet zu sein“.
Seien Sie deshalb schlauer und machen es besser als Aristoteles Onassis. 
Ich helfe Ihnen in nahezu allen strittigen Behandlungsfällen – außergerichtlich und erlöswirksam. Wie? 
Gern zeige ich Ihnen diesen Weg in einem persönlichen Gespräch.

---------------------------------------------------
Landgericht Potsdam: „Fehlende Dokumentation in Krankenhäusern bedingt Behandlungsfehler“

Nach einem Sturz mit einem Fahrrad erlitt eine Patientin im Verlauf eine Lungenembolie mit tödlichem Ausgang. Die sogenannte „Thromboseprophylaxe sei regelmäßig durchgeführt worden. Es handle sich lediglich um ein Dokumentationsversäumnis“ so die behandelnden Klinikärzte. Die Klinik wurde verurteilt.

Die fehlende Dokumentation von aufzeichnungspflichtigen, medizinischen Maßnahmen indiziert ihr Unterlassen, d. h. diese haben nicht stattgefunden. Daraus resultiert nach Auffassung des Landgerichts ein grober Behandlungsfehler: „Ein grober Behandlungsfehler liegt dann vor, wenn ein Fehler begangen wird, der aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil er schlechterdings nicht unterlaufen darf. Dies ist hier der Fall.“ Das Urteil der 11. Zivilkammer des LG Potsdam vom 21.09.2011 unterstreicht aktuell, wie wichtig als Beweis eine lückenlose, ärztliche und pflegerische Dokumentation der tatsächlich durchgeführten, medizinischen Behandlung ist.

Lesen Sie die gesamte Pressemeldung hier.

---------------------------------------------------
Notfall richtig verschlüsselt?

In der Praxis werden Behandlungsfälle von den Kostenträgern auch deshalb geprüft, weil als Aufnahmegrund die Schlüsselnummer 01 Normalfall gemeldet wird, obwohl ein Notfall mit der Schlüsselnummer 07 des Datensatzes gemäß § 301 SGB V vorliegt.

Bei der Plausibilitätsprüfung Aufnahmediagnose zur Entlassungsdiagnose mit Aufnahmegrund und Verweildauer weichen diese stationären Behandlungen ab. Grundsätzlich ist eine akribische, ärztliche Dokumentation der Aufnahmesituation erforderlich, besonders bei einem „Notfall“, um den drohenden Erlösverlust zu vermeiden.

Ein Notfall resp. Notfalloperation setzt eine medizinische Indikation voraus. Bei der Indikation unterscheidet man eine Indikation aus „zwingendem Grund“ (absolute Indikation), eine Indikation „insbesondere bei Lebensgefahr“ (vitale Indikation) oder eine Indikation, bei der eine bedingte Gefährdung des Patienten besteht (relative Indikation). Kommen bei einer relativen Indikation sinnvolle alternative Maßnahmen in Betracht, so sind hinsichtlich der Nebenwirkungen strenge Maßstäbe anzulegen.

Der MDK argumentiert gern, bei nicht vereinbarten operativen Leistungen, dass bei einem Notfall mit relativer Indikation genügend Zeit vorhanden sei, dass Patienten in ein Krankenhaus verlegt werden könnten, welches diese Leistungen/Operationen vereinbart hätte. Der MDK vermeidet durch diesen Formalismus eine dezidierte, medizinische Beurteilung.

Die Multimorbidität, die Psyche, die Art und Schwere der aktuellen Erkrankung eines Patienten und der Zeitfaktor bestimmen ob zum einen überhaupt alternative Maßnahmen sinnvoll sind und zum anderen wie streng dann, wenn eine Alternative tatsächlich vorhanden wäre, die Maßstäbe anzulegen sind, um eine zusätzliche Gefährdung des Patienten zu vermeiden.

Beispiel:

Bei einem Patienten wurde mittels Thorakoskopie/Mediastinoskopie mit Schnellschnittdiagnostik Art und Ausdehnung eines Bronchuskarzinoms gesichert. Der Tumor war klein und kurativ operabel. Die sich in sinnvoller Weise unmittelbar anschließende, erweiterte Operation z.B. posterolaterale Thorakotomie war im Budget nicht vereinbart gewesen. Bei einem Tumor, der klein und kurativ operabel ist, besteht eine absolute Indikation zur unmittelbaren Operation. Insofern besteht von Vornherein keine „alternative sinnvolle Maßnahme“.

Bei einer Verlegung in ein budgetkonformes Krankenhaus, verstreicht kostbare Zeit, Zeit in der der Tumor mit einer schlechteren Prognose des Heilungsverlaufes wächst und Zeit, in der die körperliche und psychische Gefährdung zunimmt.

Im Zusammenhang mit diesem Fallbeispiel aus der Praxis sei an § 70 SGB V (Paragraph über Qualität, Humanität und Wirtschaftlichkeit) besonders an Abs. 2 erinnert:

„Die Krankenkassen und die Leistungserbringer haben durch geeignete Maßnahmen auf eine humane Krankenhausbehandlung ihrer Versicherten hinzuwirken“

Daraus lässt sich eine Mitwirkungspflicht der Krankenkassen für eine humane Krankenhausbehandlung ableiten.

Fazit:

Obwohl die operative Leistung im Budget nicht vereinbart war, wurde und musste sie über die Notfalldefinition und einer plausiblen, medizinischen Argumentationskette bezahlt werden.

---------------------------------------------------
Krankenhaus muss Krankenakte nicht herausgeben

Verhandlung vor dem Bundessozialgericht, Az.: B 3 KR 16/09 R

Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen, Az.: L 1 KR 152/08

Da es sich um keinen zivilrechtlichen Vertrag, sondern um ein öffentlich-rechtliches Verhältnis zwischen Klinik und Kostenträger handelt, kommen ein Schadensersatz der Krankenkasse gegenüber dem Krankenhaus und die Herausgabe der Krankenakte zur Prüfung eines möglichen Behandlungsfehlers nicht in Betracht. Die Krankenkasse könne den MDK mit der Prüfung beauftragen.

---------------------------------------------------
Vertrauensgrundsatz und Verantwortungsgrundsatz am Beispiel Operateur – Anästhesist

Dem Operateur/Arzt obliegt die Aufklärungspflicht, den Patienten verständlich und umfänglich über eine Operation zu informieren. Das Aufklärungsgespräch ist damit stets Bestandteil der Heilbehandlung. Dabei hat jeder Operateur und Anästhesist die Verantwortlichkeit für sein Fachgebiet. Er kann sich grundsätzlich gegenseitig bezüglich der Informationen des Patienten aufeinander verlassen (Vertrauensgrundsatz) z.B. Operateur klärt über die Blindarmentfernung auf, der Anästhesist über die Vollnarkose.

Wenn jedoch der Operateur selbst z.B. eine Lokalanästhesie durchführt, so hat er selbst über die Risiken z.B. lebensbedrohliche Kreislaufreaktionen auf Lokalanästhetika dieser medizinischen Leistung aufzuklären (Verantwortungsgrundsatz), auch dann, wenn er z.B. einen Anästhesisten gebeten hat, „Standby“ den Kreislauf des Patienten zu überwachen.

Es sei ergänzend darauf hingewiesen, dass es bei der Aufklärung der Risiken nicht nach der Wahrscheinlichkeit geht „gering oder häufig“, sondern um das Ausmaß der Folgen und Schwere körperlicher Schäden für den Patienten, wenn dieses Risiko tatsächlich eintreten würde.

Der aufklärungspflichtige Arzt bleibt für sich somit für Umstände der Aufklärung stets beweispflichtig. Das gilt auch, wenn er sich z.B. auf Fremdbefunde des Hausarztes verlässt. Delegation der Aufklärung ist untereinander in Ausnahme-, Einzelfällen möglich. Sie sollte schriftlich erfolgen. Damit ist sie im Klinikalltag jedoch kaum praktisch durchführbar.



Haftungsausschluss
Die Informationen auf diesen Internetseiten wurden nach bestem Wissen sorgfältig zusammengestellt und dienen der allgemeinen Information. Diese Informationen können keine individuelle Beratung ersetzen. Sie stellen keine rechtliche oder medizinische Beratung dar. Eine Haftung jeglicher Art ist aufgrund der hier gegebenen allgemeinen Hinweise ausgeschlossen.

( © 2014 HospiSol® - Dr. med. Gregor Aleff • Waslalaweg 44 • 46286 Dorsten • Telefon: +49 - (0) 2369 - 20 22 64 • Telefax: +49 - (0) 2369 - 20 22 65 )
Optimiert für: Internet Explorer 7 und höher / Mozilla Firefox 3.6 und höher.