Interview mit Dr. med. Gregor Aleff, HospiSol®, und seiner ganz persönlichen Art, Lösungen zu finden.


R. Jürgens:
Herr Dr. Aleff, Ihre Maxime ist „Lösungen finden”. Wie unterstützen Sie mit Ihrer Berufserfahrung von mehr als 25 Jahren Ihre Kunden,
Lösungen zu finden?

Dr. Aleff:
Dem Kunden aufmerksam zuzuhören und ihm gezielt Fragen zu stellen, machen mir die jeweiligen Bedürfnisse und Brennpunkte in
einem Krankenhaus klar. Das ist der Beginn des Lösungsweges.

R. Jürgens:
Welches sind die Bedürfnisse und Brennpunkte in Krankenhäusern?

Dr. Aleff:
Jedes Krankenhaus strebt vorwärts, seine Patienten bei einem steigenden medizinischen Qualitätsniveau individuell und bestmöglich
zu versorgen. Dem hohen medizinischen und ethischen Anspruch stehen die engen betriebswirtschaftlichen Ressourcen gegenüber.

R. Jürgens:
Was bedeutet dieses konkret für ein Krankenhaus?

Dr. Aleff:
In der Zukunft wird es mehr denn je darauf ankommen, den Balanceakt einer bezahlbaren Hochleistungsmedizin hinzubekommen - quasi den
Spagat zwischen Medizin und Ökonomie und Ökonomie und Medizin zu schaffen. Brennpunkte sind dabei die Liquiditätssicherung
und Bildung von Sparguthaben für zukünftige Investitionen.
In diesem Spannungsfeld trete ich als Moderator und Brückenbauer zwischen Krankenhäusern und Kostenträgern auf.
Zusätzlich müsste aus meiner Sicht für Patienten gezielt auf eine verständliche Außendarstellung mit hohem Wiedererkennungswert
geachtet werden, um bei ihm in Erinnerung zu bleiben und ihn als zufriedenen „Kunden“ langfristig zu gewinnen.

R. Jürgens:
Wodurch ist die Liquidität gefährdet?

Dr. Aleff:
Nach § 301 Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V) werden am Ende des vollstationären Aufenthaltes eines Patienten über
eine Verschlüsselung der Diagnosen, Operationen und diagnostischen Maßnahmen (ICD-Kodes und ICPM-Kodes) die Leistungen
den Krankenversicherungen per Datenträgeraustausch mitgeteilt. Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) überprüft
nach § 275 SGB V im Auftrag der Krankenkassen diese Leistungen. Häufig werden die Behandlungsfälle erheblich preiswerter,
weil der MDK Leistungen streicht.

R. Jürgens:
Woran liegt das?

Dr. Aleff:
Es bestehen leider in sehr vielen Fällen Implausibilitäten von der Kodierung über den Arztbrief bis hin zur tatsächlichen ärztlichen
und pflegerischen Dokumentation in der Krankenakte. Fehlende medizinische Dokumentation ist gleichbedeutend mit fehlender Leistung
und wird vom MDK gestrichen, obwohl die Leistung erbracht wurde.

R. Jürgens:
Wie hoch ist nach ihrer Erfahrung der durchschnittliche Erlösverlust je geprüfter Akte?

Dr. Aleff:
Der durchschnittliche Erlösverlust bewegt sich zwischen 1.000,- € bis 2.000,- € pro Behandlungsfall. Der höchste von mir gerettete
Erlösverlust lag bei ca. 120.000,- € bei einer gesetzlichen Krankenversicherung und ca. 95.000,- € bei einer privaten Krankenversicherung.
Dieses sind bisher Ausnahmen. Jedoch ist die Tendenz deutlich spürbar, dass die Kürzung höherer Beträge vom MDK resp. von den
Krankenkassen zunimmt.

R. Jürgens:
Wie sieht ihre Lösung dafür konkret aus?

Dr. Aleff:
Ich analysiere Krankenakten, bei denen der MDK Leistungen und damit Erlöse gestrichen hat. Entweder verfasse ich schriftliche Begründungen
oder verhandle direkt mit Krankenkassen im Dialog Behandlungsfälle und rette damit in den meisten Fällen den gekürzten Erlös und
erhalte resp. verbessere – wenn der Betrag schon von der Krankenkasse verrechnet wurde - die Liquidität.

R. Jürgens:
Welche weiteren Informationen bietet die Krankenakte?

Dr. Aleff:
Die Krankenakte offenbart Verbesserungspotential in der Dokumentation. Daraus leite ich einen praxisorientierten Schulungsbedarf ab und
zeige das Risikopotenzial bei Haftungsansprüchen wegen mangelnder Beweisführung auf.
Gleichfalls spiegelt sie das Verbesserungspotenzial in der Ablauforganisation und in der medizinischen Qualität wider. Die Verbesserung
erfolgt in überschaubaren Modulen schrittweise in Form eines Prozessmanagementsystems. Am Ende kann eine Zertifizierung stehen.

R. Jürgens:
Verstehe ich sie richtig, dass sie als Facharzt mit individuellen Lösungen die Liquidität der Krankenhäuser kassenwirksam sichern
und steigern und Kosten und Haftungsrisiken durch praxisorientiertes Prozessmanagement minimieren?

Dr. Aleff:
Ja, in den allermeisten Fällen wird außergerichtlich im Dialog und damit für die Krankenhäuser unbürokratisch und schnell kassenwirksam,
die Liquidität gesteigert. Klagen sind eher die Ausnahme, jedoch manchmal unvermeidbar, wenn es um Klärung grundsätzlicher
Rechtsfragen geht. Dann formuliere ich die medizinische Begründung der Klageschrift.

Es gab in den von mir betreuten Krankenhäusern noch nie einen Haftungsfall.

R. Jürgens:
Herr Dr. Aleff, ich danke Ihnen herzlich für das Interview.


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